[Spritze Tagebuch] Ende Dezember 2025

Wiegetag
96,3 kg (Anfang Oktober 2025)

Oktober und November habe ich meist etwas um die 95 kg auf der Waage gelesen, im Dezember war es dann häufiger die 94 kg. Es gibt also eine Tendenz nach unten, die jedoch unter 0,25, bzw, der 0,50 mg Dosierung, sehr, sehr langsam verläuft. Etwa in dem Tempo, mit dem ich in den letzten Jahren zugenommen habe. Interessant.

Spritze-Tag
0,50 mg Wegovy

Von Anfang Oktober bis Ende Dezember bin ich auf der 0,50 mg Dosierung geblieben. Der Grund für die Erhöhung war, dass ich mich wieder deutlich mehr durch den Kühlschrank "gegrast" hatte. Den Freitagabend habe ich als Spritze Tag beibehalten.

Zuvor habe ich mich mit der Möglichkeit auseinandergesetzt, die Dosis auf zwei Tage aufzuteilen. Da ich jedoch nicht das Gefühl habe, dass die Wirkung linear abwärts verläuft, ich also mehr Wirkung von einer Aufteilung erfahren könnte, habe ich diese Überlegung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Wirkung & Nebenwirkung
Kopfschmerzen (Freitagnacht bis Sonntagmittags) und Reflux

Übelkeit (Schmerzskala 2, erträglich bis wenig unangenehm)

Die eine Art von Übelkeit, überfällt mich plötzlich, noch während ich vor meinem Teller sitze. Manchmal habe ich dann gerade erst 2 Bissen gegessen und manchmal schon 20. Dieser Schmerz ist wie ein scharfes Messer in den Bauch, kein weiterer Bissen mehr möglich, aber das Unwohlsein verfliegt dann auch schnell wieder.

Die andere Art von Übelkeit, die wie ein fester Druck auf den Bauch ist und quälend lange anhält, kommt dann, wenn ich kurze Zeit nach einer Mahlzeit das Bedürfnis verspüre, noch einen "Nachschlag" daraufzulegen. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, zu verstehen, wo das Problem liegt.

Reflux (Schmerzskala 6, sehr unangenehm)

In den ersten Wochen unter 0,50 mg war der Reflux nur noch in der Nacht nach der Spritze da. Und dann gar nicht mehr, egal wann ich was gegessen hatte. Erst ab der 8. Woche kam er wieder, dann jedoch mit Wucht. Mittlerweile habe ich auch hier einen Verdacht, warum das so ist.

Harndrang (Schmerzskala 0, nervig)

Mit der Steigerung der Dosis von 0,25 auf 0,50 mg hat sich wieder ein vermehrter Harndrang breit gemacht. Konnte ich zuletzt unter der 0,25 mg problemlos durchschlafen, so wird nun mein Schlaf wieder mit mindestens einem Gang zur Toilette unterbrochen. Interessanterweise hat sich das in den ganzen Wochen unter 0,50 mg nicht verändert. Ich bin also nach wie vor regelmäßig nachts unterwegs. Zum Glück schlafe ich immer wieder schnell ein.

Schlaf (Schmerzskala 1, nur in der Nacht nach der Spritze)

Ich werde Abends regelmäßig angenehm müde und kann nach dem Aufwachen sofort in den Tag starten. Gefühlt schlafe ich gut und wache in der Regel erholt auf. Auch wenn ich keine Informationen über meine Schlafqualität vorliegen habe, so habe ich doch das Gefühl, dass sie recht ordentlich ist.

Nur in der Nacht nach der Spritze schlafe ich meist nicht sonderlich gut. Die Gründe dafür variieren. Fast immer vertreten ist der Harndrang, der in der ersten Nacht nach der Spritze immer am stärksten ist. Aber es gibt es auch immer mal wieder solche mit Hitzewallungen. Sicher, die können natürlich auch mit der Menopausen in Zusammenhang stehen, es ist jedoch auffällig, dass ich sie erst mit der Spritze wieder aufgetaucht sind.

Ebenfalls unangenehm sind die gelegentlichen, sehr lebhaften und höchst intensiven Alpträume. Bei Recherchen bin ich bisher lediglich auf vereinzelte Berichte von anderen Betroffenen gestoßen, damit weiß ich zumindest, dass ich mir das nicht einbilde. Untersuchungen dazu scheint es bisher keine zu geben.

Verstopfung (keine)

Auch unter 0,50 mg bleibt diese, von mir und meiner Ärztin erhoffte, Nebenwirkung aus. Zwar kann ich eine gewisse regulatorische Wirkung feststellen, dies jedoch nie wieder so prägnant war, wie in den ersten 14 Tagen der Anfangsdosis.

Kopfschmerzen (Schmerzskala 5, sehr unangenehm, Freitagnacht bis ca. Sonntagmittag)

In den ersten Wochen mit der 0,50 mg Dosierung sind mir die Kopfschmerzen geblieben, dann jedoch unregelmäßig, kürzer und weniger lästig geworden, bis sie mir gar nicht mehr aufgefallen sind.

Dumpings (Schmerzskala 2, nur noch sehr selten und wenn, dann nicht mehr so stark)

Unter der 0,50 mg Dosierung sind die Dumpings fast komplett verschwunden. Nur wenn es mal ganz hart kommt und ausschließlich Zuckriges auf dem Teller liegt, dann spüre ich den rapiden Abfall es Blutzuckers noch deutlich. Solange ich jedoch die Empfehlungen meiner Ernährungsberaterin richtig umsetze, ist alles gut.

Foodnoise, Anspannung und Stresslevel (Ruhe im Kopf und weniger gestresst)

Unter der 0,50 mg hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass die Wirkung gegen Ende der Woche annehmen würde, wie es am Ende unter der 0,25 mg der Fall war.

In meinem Kopf erscheint es mir manchmal geradezu unheimlich ruhig. Zunächst hatte ich den Verdacht, dass es vielleicht die Nebenwirkung Erschöpfung sein könnte, dann konnte ich jedoch erkennen, dass ich Ende des Jahres einfach Urlaub gebraucht habe. Es ist also ruhiger in meinem Kopf - etwas, woran ich mich immer noch gewöhnen muss.

Ernährung
"normal" carb

Nach wie vor arbeite ich intensiv an meiner 4-Mahlzeiten-keine Snacks-Routine. Um besser verstehen zu können, warum ich dieses "Mahlzeiten schieben" mache und wie ich im Kopf dabei argumentiere, habe ich angefangen, die Ereignisse aufzuschreiben. Noch ist jeder Tag und jede Mahlzeit ist ein Kampf und noch strauchle ich mehr als dass ich gewinne. Doch ich kann erkennen, dass sie etwas bewegt und das stimmt mich zuversichtlich.

Für den Januar habe ich mir vorgenommen, die Finger vom Süßkram, der in Verpackungen kommt, wegzulassen; was nicht bedeuten soll, dass ich keinen Kuchen mehr backe. Doch mal eben eine Packung Cookies in den Einkaufswagen zu legen, davon möchte ich weg. Zudem machen es meine aktuellen Arbeitszeiten leichter auf Fast Food, der Schnelle und der Bequemlichkeit wegen, zu verzichten und wieder regelmäßig selber zu kochen. Eine Nebenwirkung davon, es funktioniert deutlich besser mit dem Protein und den Ballaststoffen.

Was die Zusammensetzung meiner Ernährung betrifft, so sind die Regel für mich unter Wegovy angenehm anders. Das bedeutet vor allem, dass ich mit Kohlenhydraten entspannter umgehen kann und sie nicht gezwungenermaßen auf low carb-Niveau reduzieren muss. Dennoch ist es für mich wichtig, dass Kohlenhydrate nicht zu verlockend verpackt sind. Zumindest was meine aktuelle Dosierung betrifft, so gibt es für mich bei Schokoriegel & Co kaum ein halten. Sind sie erst einmal im Haus - sind sie auch schon gegessen.

Bewegung
Radfahren, Linedance
Kurzgefasst

Ende Dezember hat mich erneut die Frage umgetrieben, wie ich mit den Dosierungen weiter machen will. Auf der einen Seite fühle ich mich nach wie vor gut damit weiter auf der 0,50 mg-Dosierung zu bleiben und mich auf das Mahlzeiten-Thema zu konzentrieren. Andererseits würde es meinen Knie- und Rücken-Probleme und meiner allgemeinen Gesundheit guttun, nach wie vor bin ich mit einem BMI über 30 im Bereich der Adipositas, noch ein paar Kilos zu verlieren. Und für die Wiederherstellungs-OP der Haut, die ja auch noch nicht vom Tisch ist, wäre es auch von Vorteil.

Und da ist ja auch noch das Problem mit dem Reflux. Der wird vor allem dadurch hervorgerufen, dass ich spät am Abend noch etwas esse, wobei ich dann zu eher unklugen Essensentscheidungen tendiere. Aus Beobachtungen weiß ich, dass das Bedürfnis an den Tagen stärker ist, an denen ich mich den Tag über nicht "ausreichend genährt" habe. Es ist also umso wichtiger für mich, an diesem Thema zu arbeiten. Und doch frage ich mich natürlich, ob mich hier eine wirksamere Dosis unterstützen könnte, mehr Ruhe und weniger Bedürfnis Stress mit Essen ausgleichen zu müssen. Da bleibt wohl keine andere Wahl, als es auszuprobieren, nicht wahr?

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